
Montag, dem 1.09.2008
Blood Simple – Director´s Cut (23:15 Uhr, Das 4.)
Knallharter noir-Gangster-Thriller der Coens, welches zugleich auch als ihr Regiedebüt gilt. Hab ich noch nicht gesehen, als Coen-Fan aber allemal eine Sichtung wert – denk ich zumindest.
Amores Perros - Von Hunden und Menschen (23:50 Uhr, HR)
„Amores Perros“ markiert den Anfang der „Schicksals-Trilogie“ von Ausnahmetalent Alejandro Gonzáles Iňárritu. Komplex, höcht emotional, unkonventionell und eindringlich ist dieses Episodendrama in der Narration, die aber trotzdem mit so einigen Längen zu kämpfen hat. Bei Leibe keine leichte Kost, und der oftmals angepriesene Vergleich mit „Pulp Fiction“ hinkt – abgesehen von ein paar Parallelen – ziemlich gewaltig, ist Tarantinos Dialog-Ballade doch komplett auf Nonsens getrimmt, was man von „Amores Perros“ ja nun nicht ernsthaft behaupten kann. Bei geeigneteter seelischer Verfassung ist das Ansehen dieses beinah perfekten Streifens rumd um Liebe, Psychoanalyse und Schicksal quasi also Pflicht.
Dienstag, dem 2.09.2008
Kap der Angst (00:20 Uhr, ARD)
Remake des Klassikers „Ein Köder für die Bestie“, bei dem sich nun unter der Regie von Martin Scorsese Robert De Niro, Juliette Lewis, Jessica Lange und Nick Nolte die überzeugende Klinke in die Hand geben. Zugleich ein vielerorts unterschätzter, vielschichtiger und virtuos gefilmter Psychothriller, bei dem der gute alte Marty nicht mit nervenzereißender Spannung, ideenreichen Kniffen und realistischer Gewalt spart – und das zu den düsteren Klängen Bernhard Herrmanns. De Niro (Diesmal reichlich tätowiert.) ist zudem ein Highlight – wie eigentlich immer, wenn er für Scorsese vor der Kamera steht. Empfehlung!
Mittwoch, dem 3.09.2008
Cop Land (20:15 Uhr, Kabel)
Sylvester Stallone als gefordeter Cop in einer achso korrupten Stadt. Kann das funktionieren? Nicht wirklich. Reichlich uninspiriert und trocken – trotz großer Starbesetzung. Durchschnitt, mit Tendenz nach unten. Selbstverständlich auch gekürzt.
Planet der Affen (22:50 Uhr, RTL II)
Der einzige große Schandfleck in Tim Burtons grandioser Filmographie. Absolut enttäuschend - in jeglicher Hinsicht.
Der Schakal (23:05 Uhr, HR)
Ob das Original von Fred Zinnemann („12 Uhr mittags“) besser als das Remake mit Richard Gere und Bruce Willis ist, welches mir nicht so sehr zugesagt hat? Meine konstruktive Antwort beläuft sich auf ein „Mal schauen.“
Donnerstag, dem 4.09.2008
Nicht auflegen! (20:15 Uhr, VOX)
Unter all den höchst interessanten Listen (Ironie!), die das berühmt-berüchtigte US-Magazin „Forbes“ immer wieder Jahr für Jahr rausbringt, findet sich bestimmt auch eine, die sich mit den dümmsten Filmen aller Zeiten beschäftigt, oder? Wenn, dann wäre dieser hirnlose Schund, diese Gurke ohne Wasser, praktisch darunter – aber sowas von. „Nicht auflegen!“ mit Weltstar Colin Farrell, das ist ein auf Hitchcock getrimmter und mehr als nur misslungener Streifen aus dem Abfall, den man nicht in Worte fassen kann. Man muss ihn gesehen haben, um zu begreifen, welchen Rotz man auf Zelluloid bannen kann. Selbst manche Youtube-Videos sehen im Vergleich dazu wie Meisterwerke aus. Glückwunsch für diesen Brechreiz, Mister Schumacher!
Explosiv – Blown Away (21:50 Uhr, VOX)
Hatte ich mal ein kurzes Stück von gesehen. Sonderlich vom Hocker gerissen hat er mich aber auch nicht. Ich bleib lieber bei einem anderen Jeff Bridges-Thriller – nämlich bei „Arlington Road“. Kann man sich aber trotzdem mal anschauen, denk ich zumindest.
Paycheck (22:45 Uhr, ARD)
John Woo und Hollywood ist ja so eine heikle Angelegenheit. Mal klappt es mit den Arbeiten, wie im Falle von „Face/Off – Im Körper des Feindes“, mal nicht, wie in den meisten anderen Streifen. „Paycheck“ gehört eindeutig zu letzterer Sparte. Ein peinliches Desaster, aufs dilettantischste zusammengeschustert, ist das, was der Großmeister des modernen Actionkinos hier abliefert, bei dem einem sich die Nackenhaare geradezu sträuben – und nicht nur das. Kann man sich getrost schenken. Dieser Donnerstag ist ist ja mal wirklich mit wundervollen Filmen gespickt.
Freitag, dem 5.09.2008
Men in Black 2 (20:15 Uhr, Pro 7)
Schwächer als sein Vorgänger, dennoch vergnügliches, astreines Popcornkino. Ist im großen und ganzen zwar recht kurz geraten, auch die Gags sind in Sachen Niveau gehörig nach unten gesunken, trotzdem: Willl Smith und Tommy Lee Jones in diesmal ungedrehter Konstellation machen erheblichen Spaß, wenn sie mit ihrem „Blitzdings“ rumlaufen, und feindliche Aliens aufpüren.
Ghost Ship (22:20 Uhr, RTL II)
Dass, was der Horrorfilm auf offener See richtig macht, ist eigentlich nur sein kongenialer Anfang. Ansonsten sucht man innovative Grusel-Kost leider vergebens, und der Film fungiert somit eher als Einschlaftablette.
Der Pate: Die Saga 1+2 (1:15 Uhr, ARD)
Kann mir nicht vorstellen, dass Coppolas Jahrhundertwerk in dieser seltsamen, diesmal chronologischen Reihenfolge der Teile mit neuen Szenen, im TV funktioniert. Aber seis drum. Die Trilogie kennt inzwischen sowieso schon jeder. Wenn nicht, dann gibt's Ärger von mir.
Samstag, dem 6.09.2008
Signs – Zeichen (20:15 Uhr, Pro 7)
Shyamalans trauriger Abstieg begann mit eben diesem Mystery-Thriller. Subtiler Horror wird da dem Zuschauer vorgegaugelt – und nichts weiter als heiße Luft kann man letztendlich bestaunen. Einen interessanten Ansatzpunkt in der Story sucht man da vergebens. Selbst ein solider Mel Gibson kann da nichts retten. Ne, lass mal.
The Quest (22:10 Uhr, Kabel)
Angenehmer Klopper-Film mit Höhen und Tiefen. Nicht so gut wie „Bloodsport“, trotzdem ganz annehmbar – eben auch durch so manch gelungener Choreographie in den Kämpfen. Zudem Van Dammes erste Regiearbeit. Der Actionfreund kann also durchaus einen Blick riskieren.
The Sixth Sense (22:20 Uhr, Pro 7)
Der hier ist Shyamalans bester und erfolgreichster Film. Eine außergewöhnliche, durchdachte wie subtile Auseinandersetzung mit der menschlichen Sterblichkeit, die vor allem bei erster Sichtung so einiges an Überraschungen bereithält (Ein mehr als nur geniales Ende.). Gleichzeitig auch der Beweis, dass Bruce Willis nicht nur als Terroristen-jagender Actionheld glänzen kann. Wenn „John McClane“ den kleinen Jungen Cole (Haley Joel Osment) therapiert, der tote Menschen sieht, ist das heute immer noch faszinierend und schaurig zugleich. Anschauen!
Psycho (23:40 Uhr, RBB)
Muss ich immer wieder erwähnen. Ganz klar einer der 10 besten Filme aller Zeiten, dieser über alle Maßen herausragender Hitchcock.
Sonntag, dem 7.09.2008
Das Reich der Sonne (20:15 Uhr, Tele 5)
In Shanghai spielender Spielberg-Film, den ich noch nicht gesehen habe. Der Score von Williams gefällt mir aber ausgesprochen gut. Werde ich mir demnach vielleicht mal ansehen.
Bad Boys 2 (22:55 Uhr, Pro 7)
Auch wenn ich jetzt viel Missgunst ernten werde, aber ich finde den wirklich großartig. Die Verfolgungsjagden, Shoot-Outs, Oneliner, Explosionen, der Soundtrack: Alles auf extrem cool getrimmt, und alles verdammt unterhaltsam. Aber Vorsicht: Für Zartbesaitete eher mit weiterer Vorsicht zu genießen. Denn Bays geschmackloser, stümperhafter Sadismus ist unübersehbar – das Einzige, was man „Bad Boys 2“ zum unabdingbaren Vorwurf machen muss - dieser Fortsetzung, die besser ist als sein Vorgänger. Also bitte nicht schlagen. Außerdem gekürzt.
Tipp der Woche: Kap der Angst (Dienstag, 00:20 Uhr, ARD)